The Carpet Knights "According to life…" (transubstans 2009)

Seit 2005 war es ruhig um die südschwedischen Melodic Progrocker. Jetzt sind sie wieder da. Härter, rockiger, mit dreckigem Klang, schweren Gitarren und knüppelfettem Komplex-Groove. Die Songs haben progressive Vielschichtigkeit, aufwendige Themen, die nicht leicht oder eingängig sind, sondern sind ausgeklügelt und differenziert geschrieben. Einflüsse vom 70er Hardrock sind neben dezentem Grunge auszumachen. Die Komplexität überwiegt, angenehmer Weise gehen The Carpet Knights nicht auf Teufel komm raus auf Nummer sicher. Metal, Folk, Stoner, Jazz und Spacerock haben ihre Fühler in den Bandsound ausgestreckt, die Songs sind eingängig, ohne schlicht zu sein.
Es gibt kaum Zeit zum Durchatmen, die schnörkeligen Ecken und Kanten haben keine Längen, es geht schnell von einem Thema zum nächsten, in einem Song sind das schon mal so einige, es kracht schön deftig, Gitarrensoli schneiden die Ohren in Stücke, während die brachiale Rhythmuscrew (der Bassist ist grandios, sein Basssound der Hammer!) keine Verluste einfährt. The Carpet Knights rocken sich die Socken heiß, als schauten ihnen ihre Überväter Led Zeppelin über die Schulter. Partiell gibt es etwas Flöte in kurzen melodischen Einschüben, gut gebaut und nicht mit irgendwelchen Heroes besonders vergleichbar.
Der klagende Gesang will geliebt werden, geht mir im Laufe des Albums mehrfach gehörig auf den Nerv. Drei Mitarbeiter, Manne Nilsson (voc, fl), Jönsson (voc, g) und Wulff (g, sounds) singen, nicht alle Intonation ist gelungen, mancher Chorgesang entbehrt seiner mehrstimmigen Logik und könnte überdacht werden, Pelle Engvall (dr) und Pär Hallgren (b) machen deswegen da auch nicht mit. Die Heavyness der Songs kommt gut, abgefahrene und ausgedehnte Instrumentalrasanz gibt es indes nur in wenigen Fällen ("Eternal sleep", "Lost", "Forever is a long time").

myspace.com/thecarpetknights
VM



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