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BONNIE "PRINCE" BILLY, Am 01.07.08 im Alten Schlachthof Dresden
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Seelenmassage mit und ohne Fiddel
Bonnie "Prince" Billy a.k.a. Will Oldham gilt - aus Gründen, die offenbar niemandem so richtig klar sind - als düstere Legende der Singer/Songwriter/Folk-Szene. Umso größer ist natürlich bei seiner kleinen, aber feinen Fangemeinde die Freude, wenn sich der Waldschrat aus Kentucky hierzulande live die Ehre gibt. Und in Hinblick auf Oldhams aktuelles, für seine Verhältnisse nahezu beschwingtes Album "Lie Down In The Light" kann man sich so ein Konzert dann auch mal im Sommer bei gefühlten 35 Grad im Saal reinziehen. Wenn doch bloß die Fiddel nicht wär'. Ein jeder hat ja so seine musikalischen Intoleranzen, bei dem einen ist es der Schlager, bei dem anderen dessen amerikanisches Pendant, der Country, mitsamt seinem vermaledeiten Gefiddel. Und bei Oldham wird ordentlich gefiddelt, weiß man ja eigentlich, auch live. Die expressive Gestik, die der Meister dabei an den Tag legt, lässt wiederum an Schlager denken und die offensichtliche Verwandtschaft der beiden Genres ist nicht mehr zu leugnen. Aber Oldham ist natürlich nicht irgendein Schlager- oder Country-Fuzzi und so zieht der Mann einen spätestens dann auf seine Seite, wenn seine Kollegin mit dem Streichinstrument mal pausiert. So verlässt man nach anderthalb Stunden bittersüßer Seelenmassage den Ort des Geschehens nicht nur versöhnt, sondern, jawohl, sogar befriedigt. Wie sagte doch der Meister einst in einem Interview: "Ich versuche, das Böse in mir und den Hörern zu befriedigen, indem ich schreckliche Geschichten schreibe, in der Hoffnung, dass so das Schöne mehr Platz erhält. Das ist das Ziel." Irgendwie erreicht er das immer wieder und vielleicht ist er ja darum mit Recht eine Legende.
bonnieprincebilly.com
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Fotos: Stefan
Text: André Hennig
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