Barry Finnerty & N.Y. All Stars "manhattan session part 1" (esc records, VÖ: 23.10.2009)

Sehr erwachsener Sound, den Barry Finnerty (g, voc, key) samt seinen New York All Stars Randy Brecker (tr, fl), Victor Bailey (b), David Kikoski (p, keys), Graham Hawthorne (dr), Chuggy Carter (perc) und Ron McClure (acc-b) eingespielt hat. Die Band treibt es in seichten Gewässern um, stets illustres Solospiel und hervorragende, sauber intonierte Instrumentalarbeit leistend, die tontechnisch feinstens eingefangen und sensibel arrangiert wurde, von mitreißend swingenden Rhythmen unterlegt ist, die handwerklich geübte Band als eben dies traumhaft versiert erweist, die Songs locker aus dem Handgelenk zelebriert, mal, wie in "Clarita" zu Pop, oder in "Bom!" zu Jazz-Dance mutiert, stets sehr gut aufpasst, nicht in Jazzrock zu verfallen, trotz ausgefallener, exquisiter Gitarrensoli und technisch orientierter Rhythmusarbeit und ein leichtes Sommeralbum zum bitteren Herbst serviert, dass die nächste Wärme schon mal vordenkt.
Die Band ist technisch exzellent, dynamisch und lebhaft, Spielfreude und Leidenschaft sind zu spüren, wenn die Arrangements und der Grundgedanke der Session, der CD jedoch wohl sind, balladesk softe Sounds zu spielen, die in der hübschen Boutique nebenan ebenso funktioniert wie im Fernsehen als Pausenhintergrundmusik.
Die virtuosen Einzelteile sind bemerkenswert, von vitaler, phantasievoller Hand gespielt, doch das komplette Paket, hier zu üppig von perlendem Kitschpiano eingepackt, dort zu bieder als leichte Muse aufgelegt, wird nicht die Süchtigen unter den Hörern erreichen, sondern die große Masse, die sich mit der großen Masse speist und dieses Kabinettstückchen luftigen Funkpop-Latin-Light-Jazz dann antut, wenn die Situation es erfordert, der Gartenparty etwa oder als dezenter Background für den linden Abend bei Rotwein und Gespräch, aber nicht in süchtig konzentriertem Genuss.
Der Gitarrenton ist ungemein sauber, wie es der der Trompete ist, alle Töne haben diese urreine Klarheit und Quellfrische, die geübte Hörer aufhorchen lässt, wenn die Arrangements die Aufmerksamkeit längst nicht halten können. Nicht zuletzt fasziniert das lange Gitarrensolo in "Mikey B.", das Stil und Farbe von Gary Moore illuminiert.
Schön, nett und hübsch, und definitiv zu leicht!

barryfinnerty.com
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VM





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