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David Jones´ AtmaSphere "Seasons Of The Heart" (Eigenproduktion 1999)
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Better late than never! Getreu diesem Motto erreichte mich vor kurzem eine CD aus Down Under und oh Wunder, es handelt sich um erste (Schlag-)Sahne, denn der Bandkopf und Schlagzeuger David Jones groovt so locker und leicht, dass er zwar nicht in Knete, dafür aber in Wohlklang schwimmt!!! Die anderen Bandmitglieder sind Daryl Pratt (Vibraphon, Marimba und Percussion), Adam Armstrong (Bass) und Carmen Warrington (Spoken and Sung Vocals & Vocussion); auch sie haben es allesamt verdient genannt zu werden, da sie oberamtliche Leistungen abliefern und zu den absoluten Spitzenkönnern der Szene zählen, selbst wenn sie (bislang) in unseren Breiten eher ein Schattendasein fristen. Zu hören gibt es Avant-Jazz vom Feinsten, der wahrlich unvergleichlich, da gleichermaßen melodisch und komplex ist. Stellenweise werden gar echte Ohrwürmer produziert; so ist das Thema des Stückes "Sevendipity" nur schwer wieder aus dem Hirnkastl zu bekommen, was überhaupt nicht stört, da es dort hingehört... Hier ist quasi die Quadratur des Quintenzirkels gelungen. Auch die Texte sind absolut erwähnenswert und sollten unbedingt Gehör finden. Zuweilen geht es höchst perkussiv zu, etwa wenn David, Daryl und Carmen stark rhythmisierend Spannungsbögen aufbauen, die sich hernach in Wohlgefallen auflösen, wenn etwa Daryl traumhafte Malletsequenzen aufs Trommelfell des geneigten Hörers zaubert und improvisiert, dass es eine wahre Freude ist. Adams Bassspiel ist vordergründig unauffällig, aber bei konzentriertem Hören immer wieder ein Genuss; auch er erhält seine Solospots, die er behände nutzt. Davids Arbeit an den Kesseln ist meist sehr rührig, doch nie auf Selbstdarstellung ausgelegt, was sehr dafür spricht, dass er sein Ego unter Kontrolle hat und nicht den Chef raushängen lassen muss, der bei jedem Stück solistisch zugange ist. Carmens Spoken Word Performances und Percussive Vocals sind eine echte Entdeckung; sie versteht es bestens ihre Stimme als vollwertiges Instrument einzusetzen und auf Augenhöhe mit den restlichen Intrumentalisten in Interaktion zu treten. Insgesamt erweist sich das AtmaSphere-Konzept als homogenes Konglomerat diverser Stilistiken, die sich zu einem organischen Stimmungsbild fügen. Wer was anderes sagt, tut lügen!!!
davidjonesdrums.com.au
Frank Bender
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