ADVANCED ELECTRONICS (Synthetic Symphony/SPV)

"Electro - Quo Vadis?" fragt der begleitende Text im Booklet dieses Samplers. Und das nicht zu Unrecht. Denn der elektronische Underground, in diesem Falle der der Gothic-Szene, hat sich längst aus dunklen Kellergewölben an die Oberfläche gearbeitet. Das mag man sehen wie man will. Während die einen Kommerz und Ausverkauf wittern, reden andere von Weiterentwicklung und Vielfalt. Gingen noch in den späten Achtzigern vom EBM und Bands wie Front 242 Impulse auf die Techno-Szene über, verwischen heute die Konturen zwischen der elektronischen Musik aller Genres immer mehr. Besonders die sogenannten Future-Pop-Bands erfreuen sich derzeit szeneübergreifend großer Beliebtheit. Kein Wunder, nähert sich ihr Sound doch immer mehr dem des sogenannten Mainstreams. Doch auch in entgegengesetzter Richtung gibt es Annäherungen. Und all diese Trends und Facetten gibt die vorliegende Doppel-CD wieder. Sie spannt den Bogen von EBM über Electro zum Future- bis hin zum Synthi-Pop. Dazwischen tummeln sich Acts wie Felix Da Housecat, Kosheen oder Tomcraft, die aber nur in der Tracklist auffallen. Beim Anhören der CDs fügen sie sich nahtlos ins Gesamtprogramm ein. Das spricht letztendlich für die Qualität dieses Tonträgers. Mancher DJ könnte auf die Idee kommen, anstatt Titel für Titel aufzulegen, einfach diesen Sampler durchlaufen zu lassen. Denn Tanzbarkeit ist die wichtigste Charakteristika der Compilation. Dazu bietet sie einen repräsentativen Überblick über die derzeitige elektronische Musikszene. Nennen will ich hier stellvertretend nur VNV Nation, Deine Lakaien, Oomph!, Apoptygma Berzerk, Wumpscut und Wolfsheim. Egal wie man darüber denkt, welchen Weg Electro nehmen wird. An den "Advanced Electronics" kommt man nur schwer vorbei. Es sei denn, man ist ein unverbesserlicher Nostalgiker. PS: Von Helium Vola befindet sich nicht "Omnis Mundi Creatura" auf der CD, sondern "Les Habitants Du Soleil".
Lars



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